Prägende Begegnungen im Orient
Ein etwas anderes Projekt zwischen Kemptener Schule und Allgäu-Orient Rallye
"Es ist unglaublich, wie herzlich und offen die Leute hier sind" schwärmt Petra Aufter. "Immer wieder hört man ‚welcome to Jordan’ und die Menschen meinen es auch so". Sieben Jugendliche der Kemptener Philipp-Neri-Schule und ihre Rektorin haben die erste Woche ihrer Sommerferien gemeinsam mit Schülern aus Jordanien und Palestina im Mittleren Osten verbracht. "Trotz großer sprachlicher Unterschiede und die jeweilige Auslegung der in der Schule gelernten englischen Sprache kamen die Jugendlichen sehr gut miteinander klar.", erzählt die Schulleiterin. "Viele Vorurteile wurden abgebaut. Dafür entstand gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. Meine Schüler haben sehr schnell gemerkt, dass sie ja in Jordanien die ausländische Minderheit sind. Und die ist im Orient wirklich willkommen."
Die Schülerbegegnung erwuchs aus einer früheren Zusammenarbeit mit der Allgäu-Orient-Rallye. (www.allgaeu-Orient.de). Schüler der Neri-Schule haben Fahrzeuge des Oberstaufener Organisationskomitees für die Reise in den Orient gerichtet. So folgte die Einladung zum Jugendcamp in Jordanien. Die Reisekosten konnten Dank Zuschüssen des Landrates, der Immenstädter Hans- Otto-Spieß-Stiftung unter Notar Ralf Kellner und des Oberstaufener Rallye-Organisationskomitees aufgebracht werden. Auch die Royal-Jordanien Airways hat mit Sonderkonditionen für die Flüge zu einem für Eltern und Schule günstiges Budget beigetragen. Der zugesagte Zuschuss von den Vereinten Nationen kam laut Rallyedirektor Wilfried Gehr nicht zustande, "weil das Finanzamt Kempten mit der Ausstellung einer Gemeinnützigkeitsurkunde nicht zeitnah auf die Rolle kam."
Die Allgäuer Schüler verbrachten Tag und Nacht mit den jordanischen Jugendlichen. Gemeinsam wurden die vergessene Wüstenstadt Petra, das Tote und das Rote Meer und auch das königliche Sicherheits- und Katastrophenzentrum erkundet. Auch das erste Projekt der Allgäu-Orient-Rallye, die Käsereibaustelle in Mitten in der Wüste haben die Schüler gesehen. Hier draußen im Outback, wo es außer dem kleinen Dorf Al Rabiat nur Sand und Steine gibt, konnten die Schüler auch erfahren, dass dort wo Wasser in den Sand gegeben wird, die Wüste wirklich lebt und sogar Tomaten und Bohnen wachsen. Die restlichen – teilweise sehr ramponierten- Rallyewagen der letzten Orient-Rallye waren wie ein Abenteuerspielplatz für die Jungs. Besonders angetan war der Altusrieder Schüler Matthias Linke, weil er den Rallyewagen eines Allgäuer Teams, den er während seines Praktikums mit aufgebaut hat, trotz dicker Sand- und Staubschicht entdeckte.
Schulleiterin Petra Aufter zieht positive Bilanz: "Ich war sehr überrascht, wie schnell die Schüler aus den unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Gesellschaften miteinander klar gekommen sind. Dies sowohl im Zeltcamp als auch in der Millionenstadt Amman. Aus pädagogischer Sicht ist der Auftrag des sozialen Miteinanders mehr als erfüllt. Die selbstverständlich gewachsene gegenseitige Akzeptanz wird sowohl die Jordanischen als auch die Allgäuer Schüler langfristig prägen."
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