Projekt Wasseraufbereitung Jordanien

Das Aquarabia Racing Team im Jahr 2010 bestand aus acht Freunden aus Esslingen, von denen drei als Zaungäste, den Start der Rallye 2009 mit verfolgten und mit Begeisterung die vielen kreativen Spenden- und Sponsoring-Ideen der damaligen Teams 09 bestaunten. Vor allem das Team „Lauschangriff“ der Fachhochschule Aalen (Gehörakustik) beeindruckte die drei Freunde am Meisten. Das Aalener Team spendete durch geschicktes Sponsoring, Hörgeräte im Wert von über 300.000,-€ an ein jordanisches Kinderheim für Gehörgeschädigte und stellte in der Universität gleichzeitig den Studiengang Gehörakustik vor.

So machte sich die Rallye-Neulinge aus Esslingen ebenfalls ans Werk und recherchierten sehr schnell, dass die bestehende Nutz- und Trinkwasser-versorgung in Jordanien ein großes Problem ist. Der Jordan ist die wichtigste Süßwasserquelle, aber von den 1200 Mill. m³ Wasser, die der Jordan im Jahr führt, fließen nur noch 200 Mill. m³ Wasser in das Tote Meer und durch die ständige Wasserentnahme verkommt der Jordan im Verlauf zum Rinnsal aus Abwässern. Bisher sind nur 5 % der Fläche Jordaniens landwirtschaftlich nutzbar. Somit stehen einem Jordanier nicht einmal ein Bruchteil des Wassers wie Europäern/Tag zur Verfügung - gerade einmal 5l (Vgl. Deutschland: 125l/Tag). Heute stellt Wasser in Jordanien einen extrem knappen Rohstoff dar, der es mit bestehender Technologie nicht erlaubt alle Bewohner mit der ausreichenden Menge Wasser zu versorgen.

Eigentlich- und das ist die Wahrheit – waren die neuen Rallye-Aspiranten – alles andere als die heilbringende Gutmenschen. Das Suchen, Testen und Aufmotzen ihrer hubraumstarken und V8-motorigen „Racing-Star“-Flotte stand eigentlich immer an erster Stelle. Doch Dank Ihres beruflichen Umfeldes und Arbeitgebers waren sie in der Lage hier in der Tat einen tollen Betrag zu leisten. Deshalb stand für die Freunde aus Esslingen relativ schnell fest, dass sie in diesem Bereich auch etwas tun wollen. Kurze Zeit später und mit dem Einverständnis der Unternehmenseigner der Firma Festo stand dann der Plan, eine ausgemusterte Prozess-Automatisierungsanlage im Bereich Wasseraufbereitung aufzutreiben und an eine technische Universität zu spenden. Mit dem Namen AQUARABIA-Racing-Team … als Synonym und Kunstwort für „AQUA for ARABIA“ ging das Team anschließend sehr erfolgreich auf Sponsoren-Großwildjagd.

Natürlich brachte das Team keine ganze Anlage mit, sondern eine Lernanlage. Die Anlage selbst hat in den vergangenen Jahren hervorragende Dienste bei Symposien, Kongressen und Messen zum Thema Prozess- Automatisierung und Wasseraufbereitung in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Wassertechnik und der GTZ geleistet; und wurde von 3 Team- Mitglieder, (Festo Mitarbeiter) in ihrer Freizeit ehrenamtlich aufbereitet und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der Wert der ausgemusterten, aber auf den neusten Stand der Technik gebrachten Lernanlage, lässt sich schlecht beziffern, ist aber für eine jordanische Universität unbezahlbar. Mit Hilfe dieser Anlage und den entsprechenden Schulungs- Unterlagen eröffnet dieses Hilfsprojekt, angehende Ingenieure die Möglichkeit das Thema Wasser- Aufbereitung & Recycling mit der zugehörigen Automatisierungstechnik kennen zu lernen und effektiv zu vertiefen. Dies ist eine echte Basis für die tägliche Expertenausbildung.

In enger Zusammenarbeit mit dem OK, der JAAH (JORDAN ALLINCE AGAINST HUNGER) wurde die JUST (JORDAN UNIVERSITY for SIENCE & TECHNOLOGY) als die geeignetste Universität auserkoren und Dank ROYAL JORDANIAN Airline wurde die empfindliche Anlage kostenlos mit Luftfracht nach Jordanien ausgeflogen. Unter der Einweisung eines weiteren Teamkollegen, wurde die Anlage während der Rallye in der Universität in Irbid, 60 km nördlich von Amman in Betrieb genommen mit einer anschließend dreitägigen Unterweisung für die Professoren und Schulungskräfte. Am 13. Mai, nach den Ende der Rallye 2010 erfolgte die feierliche Übergabe durch das komplette AQUARABIA Racing-Team) (30+31). Im Namen der Universität bedankte sich Professor Hussein Allaboun und Prof. Wajih Owais für die großzügige Festo-Spende und das geleistete Engagement des gesamten Teams.

Besonderen Dank gilt den Leuten im Hintergrund, ohne die das Projekt AQUARABIA nie gelungen wäre: Dr. hc. K. Stoll, Sohail Jammal, Mutaz Shabban, Abu Sini, Nader Imani, Sakher al Faez, Hussein Allaboun, Wilfried Gehr, Martin Eitdorf und Günter Öxler

Projekt Wasseraufbereitung Jordanien
Projekt Wasseraufbereitung Jordanien
Projekt Wasseraufbereitung Jordanien